Extreme Erfahrung: „Der Kick“ an der Albinus-Gemeinschaftsschule

Illustration - Eine junge Frau mit Kopftuch und ein junger Mann gehen Arm in Arm und strecken ihren anderen Arm in die Luft.

Es macht einen großen Unterschied, ob wir uns vorstellen, was passieren könnte oder ob etwas wirklich passiert ist. Diese Erfahrung haben die ca. 150 Schüler:innen des 9. Jahrgangs der Albinus-Gemeinschaftsschule gemacht, als sie das Theaterstück „Der Kick“ gesehen haben. Das Stück beruht auf einer wahren Begebenheit. Im Jahr 2002 haben drei Jugendliche aus einem Dorf in Brandenburg einen anderen Jugendlichen misshandelt und ermordet. Der Grund war, dass dieser Junge anders aussah als sie und noch dazu stotterte. Die drei Täter handelten nach rechtsextremen Überzeugungen, demnach war das Opfer für sie ein „Untermensch“ und nicht wert, zu leben. So haben sie ihre Tat gerechtfertigt, die nichts anderes war als ein hemmungsloser Ausbruch von Gewalt gegen einen wehrlosen Menschen.

Das Schauspielkollektiv Lüneburg führte das Theaterstück 2019 auf. Es entstand aus Interviews und Recherchen des Dokumentarfilmers Andreas Veiel. Nach der Aufführung sprachen die Schauspieler:innen mit den Schüler:innen über den Inhalt des Theaterstücks und die Themen Diskriminierung, Gewalt, Rechtsextremismus und Alkoholmissbrauch. Wo begegnen uns diese Themen und wie zeigen sie sich? Haben fehlende Zukunftsaussichten etwas damit zu tun? Wie kann es sein, dass erwachsene Dorfbewohner:innen die Misshandlungen beobachtet, aber nicht verhindert haben? Welche Möglichkeiten hätte es gegeben, einzugreifen? Die Schüler:innen waren sehr beeindruckt und betroffen von dem Theaterstück, darum haben sie noch einmal ausführlich in den einzelnen Klassen mit ihren Lehrer:innen darüber gesprochen.

 

Förderverein der Albinus-Gemeinschaftsschule e.V. Link
Förderjahr: 2019