Gedenken in Mölln

Jugendliche aus verschiedenen Schulen in Mölln haben sich im Rahmen eines Projekts des Vereins Miteinander leben e.V. mit der Frage beschäftigt, wie ein würdiger Gedenkort an der Ratzeburger Straße gestaltet werden könnte. Am 23. November 1992 war das Haus Nummer 13 in der Ratzeburger Straße das Ziel eines Brandanschlags von zwei Neonazis. Neun Menschen wurden schwer verletzt, darunter viele Kinder. Heute erinnert nur noch ein kleiner Gedenkstein an die Tat, das Gebäude selbst wurde abgerissen. Für die Überlebenden des Brandanschlags, ist es ein wichtiges Anliegen, dass diese Tat nicht in Vergessenheit gerät.  

Als Teil des Projekts "Mölln nach Mölln - Gemeinsam neue Erinnerungsformen finden" haben über 30 Schüler:innen Ideen für einen neuen Gedenkort entwickelt. Ali Aygün und Veli Yaşar, Überlebende des Brandanschlages, haben das Projekt begleitet. Sie dankten den Schülern und ihren fachlichen Begleitern für ihre engagierte Arbeit. "Es ist für uns ein Herzensprojekt", sagte Aygün und versprach, die Schüler:innen auch weiterhin zu begleiten.

Im September trafen sich die jungen Menschen erstmals mit den Überlebenden des Brandanschlags. In der Internationalen Begegnungsstätte "Lohgerberei" hatten sie die Gelegenheit, Fragen zu stellen und ihre Ideen zu teilen. Auch Thomas Helbing, ein Bildhauer aus Barnitz, sowie Johann Tessmer, ein Student für Informationstechnologie und Design, waren dabei. Helbing brachte die Schüler:innen dazu, gemeinsam kreative Ideen für ein Mahnmal zu entwickeln, während Tessmer die Möglichkeit eines digitalen Gedenkraums anbot.

In einer intensiven Arbeitsphase entwickelten die Schüler:innen, unterstützt von Ali Aygün, Veli Yaşar und weiteren Fachleuten, verschiedene Konzepte, die später der Stadt Mölln präsentiert wurden. Die Schüler:innen selbst übernahmen die Präsentation und werben nun dafür, dass die Stadt Mölln die Umsetzung des Projekts unterstützt. Die Ausschussmitglieder zeigten sich beeindruckt von den Ergebnissen und gaben ihr einstimmiges Votum für das Vorhaben ab.

Das gemeinsame Gedenken an den rassistischen Anschlag ist von zentraler Bedeutung, um die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten und zu verhindern, dass solche Taten in Vergessenheit geraten. Es stärkt die Gemeinschaft und trägt dazu bei, eine Zukunft zu gestalten, die auf den Werten einer demokratischen Gesellschaft basiert, die Respekt, Toleranz und Vielfalt schätzt.

Der Verein Miteinander Leben e.V. ist engagiert gegen Rechtsextremismus Link 
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