Am 1. Oktober lud die Partnerschaft für Demokratie gemeinsam mit dem Landesdemokratiezentrum Schleswig-Holstein und der Gleichstellungsbeauftragten Büchen zur Demokratiekonferenz „Hinschauen, Verstehen, Handeln“ ein. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Rechtsextremismus und menschenfeindlichen Einstellungen unter Schüler_innen frühzeitig begegnet werden kann – und vor allem, wie aus Erkenntnissen konkretes Handeln entstehen kann.
Zum Auftakt gab Carl-Phillip Schröder Einblicke in die aktuelle Regionalanalyse. Besonders auffällig war dabei die Entwicklung bei verschiedenen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. So ist die Abwertung von Wohnungs- und Obdachlosen sowie von Menschen, die beispielsweise arbeitslos sind, deutlich gestiegen. Auch die Abwertung homosexueller Menschen hat zugenommen.
Darüber hinaus zeigte die Analyse eine weitere bemerkenswerte Entwicklung: Im Vergleich zu 2018 gaben 2024 deutlich mehr Schüler_innen an, selbst diskriminierendes Verhalten ausgeübt zu haben. Insbesondere Pöbeln und verbale Bedrohungen haben gegenüber verschiedenen Gruppen zugenommen – darunter Menschen mit Behinderungen, homosexuelle Menschen, Wohnungs- und Obdachlose sowie Menschen, mit Migrationsgeschichte.
Aus diesen Entwicklungen leitete Schröder mehrere zentrale Handlungsempfehlungen ab. Entscheidend sei, möglichst früh anzusetzen und Jugendliche stärker zu beteiligen. Gleichzeitig brauche es einen langen Atem: Kurzfristige Interventionen allein reichten nicht aus. Vielmehr seien langfristig angelegte Projekte und kontinuierliche Angebote notwendig, die Jugendliche erreichen und ihnen Möglichkeiten zur Mitgestaltung geben.
Zum Schluss betonte Schröder zudem, dass die Betroffenen selbst stärker in den Blick genommen und gestärkt werden müssen. Hinter den Zahlen der Regionalanalyse stehen Menschen, die Diskriminierung und Ausgrenzung unmittelbar erfahren.
Mit diesen Impulsen ging die Konferenz in die Workshopphase über. Wer sein Verständnis von Rechtsextremismus vertiefen wollte, konnte sich im Workshop der Regionalen Beratungsstellen gegen Rechtsextremismus intensiver mit Erscheinungsformen und Hintergründen auseinandersetzen.
Im Austausch mit dem Bürger Bündnis Amt Büchen stand hingegen die Frage im Mittelpunkt, wie junge Menschen vor Ort erreicht und für demokratisches Engagement gewonnen werden können. Gemeinsam wurden Ideen entwickelt und konkrete Projekte diskutiert.
Auf großes Interesse stieß auch der Workshop „Argumentationstraining“ von Aufstehen gegen Rassismus. Hier konnten die Teilnehmenden praktisch erproben, wie sie menschenfeindlichen und rassistischen Parolen im Alltag begegnen und ihnen etwas entgegensetzen können. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Frage, was gesagt werden kann, sondern auch, wie man in solchen Situationen handlungsfähig bleibt.
Nach einer kurzen Zusammenführung der Ergebnisse und einem Ausblick auf weitere Veranstaltungen endete die Demokratiekonferenz. Die zahlreichen Gespräche, Ideen und Impulse zeigten: Demokratie lebt davon, dass Menschen hinschauen, Zusammenhänge verstehen und bereit sind, gemeinsam ins Handeln zu kommen.
Die Konferenz hat dafür wichtige Impulse gesetzt und zugleich deutlich gemacht, dass demokratische Bildungsarbeit, die Stärkung von Jugendlichen und Betroffenen sowie die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus langfristige Aufgaben sind, die kontinuierliches Engagement brauchen.
Partnerschaft für Demokratie Kreis Herzogtum Lauenburg.
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